Was bringen Küchenmaschinen mit Kochfunktion?

Thermomix® und Rohkostsalat mit Brokkoli, Paprika und Apfel
In mehr und mehr Haushalten findet sich inzwischen eine dieser Küchenmaschinen mit Kochfunktion. Wie nützlich sind Thermomix® & Co. wirklich? Meine gesammelten Erfahrungen aus Experten- und Anwendersicht habe ich in diesen Beitrag einfließen lassen.

Inhalt

Wie nützlich ist eine Küchenmaschine mit Kochfunktion? Und wenn ja, muss es unbedingt der Porsche unter den Küchenmaschinen sein? Ich oute mich an dieser Stelle erst einmal als Thermomix®-Besitzerin (TM5) und werde meine Erfahrungen und Erkenntnisse in diesen Beitrag einfließen lassen. Die ernährungswissenschaftliche Perspektive trifft hier also auf die der Anwender.

Was ist der Thermomix®?

Der Thermomix® zählt zu den multifunktionalen Küchenmaschinen mit Kochfunktion, wird von der Firma Vorwerk hergestellt, über Repräsentanten direkt vertrieben und ist zumindest aktuell das teuerste Gerät dieser Kategorie an Küchenmaschinen auf dem deutschen Markt.

Was kann der Thermomix® und was nicht?

Wie die Beschreibung schon verrät, bietet der gute Thermomix® mehrere Funktionen, die im Küchenalltag häufiger gebraucht werden. Zerkleinern bzw. Hacken, Mahlen, Pürieren, Kneten, Kochen, Verrühren, Dämpfen und Dünsten bietet das Gerät. So lässt sich aus Kristallzucker im Nu Puderzucker herstellen oder Getreidekörner frisch vorm Teig zubereiten zerkleinern.

Braten, Backen und Grillen sowie Raspeln oder in Scheiben schneiden kann der Thermomix® dagegen nicht. Bratpfanne und Backofen sowie die klassische Reibe bzw. Vierkantreibe sollten auch in Küchen mit “Zaubermaschine” vorhanden sein.

Die neuesten Küchenmaschinen leiten den Nutzer zusätzlich Schritt für Schritt durch die Rezepte. Mit den Empfehlungen aus den Rezepten gehe ich meist großzügig um und schmecke beispielsweise häufig kräftiger ab. Die große Kunst des Abschmeckens bringt ja bekanntlich jedes Rezept mit sich.

Wer braucht den Thermomix® wirklich?

Ehrlich gesagt kann aus meiner Sicht von “brauchen” keine Rede sein. Generationen vor unserer Zeit kamen schließlich auch gut ohne dieser technischen Wunderwaffe in der Küche aus.

ABER: Dank der super cremigen Konsistenz von Suppen und Soßen, die sich per Hand oder mit dem Pürierstab nicht erreichen lassen, schiebt er sich in den Vordergrund.

Die kochende Küchenmaschine ist “nice to have” – keine Frage. Zugegeben, das Gerät ist so leistungsstark, dass Soßen und Suppen cremiger werden im Vergleich zum Pürierstab. Hierzu habe ich einige Versuche und Experimente gestartet und selbst leistungsstarke Pürierstäbe erreichen definitiv die cremige Konsistenz von Soßen oder Suppen oder (Apfel-)Mus. Wer’s generell grobstückiger mag, wäre zwangsläufig enttäuscht.

Der Thermomix® aus Sicht der Ernährungswissenschaftlerin

Die leistungsstarke Pürierfunktion bringt den Vorteil mit, dass gerade Schalen von Obstsorten wie Äpfel und Birnen oder fasrige Gemüsesorten vollständig zerkleinert werden. So lässt sich der Ballaststoffanteil erhöhen, was wiederum ein Plus für die Darmgesundheit darstellt. Gerade bei Säuglingen und bei Personen mit Schluckstörungen ist das von Vorteil. So kannst du die Speisen selber zubereiten und gerade die Zutaten selbst auswählen und wie gewünscht dosieren.

Gemüse wie Brokkoli (nehmen wir ruhig den Klassiker) sind reich an Folsäure. Problem an diesem Vitamin: Beim Kochen zerfällt die Hälfte. Da die meisten von uns ohnehin ihre liebe Not haben, genug Folsäure über die Nahrung zu sich zu nehmen, sind die Verlustquellen zu reduzieren. Der Thermomix® zerkleinert rohe, feste Zutaten (wie eben Brokkoli oder Blumenkohl) derart gut und gleichmäßig in Windeseile, dass attraktive Salate entstehen. So können Kleinkinder oder jene, die Probleme beim Kauen haben, auch in den Genuss von rohem Gemüse.

Tipps und mein Fazit zum Thermomix®

Für (Creme-)Suppen, (Creme-)Soßen und Rohkostsalate nutze ich den Thermomix® immer wieder gern. Mein Pürierstab, der schon gut Leistung hat, schafft bei Suppen definitiv nicht diese cremige Konsistenz. Und die simple Küchenmaschine, die raspeln und schneiden kann, zerlegt die Brokkoliröschen nicht so umfangreich.

Apfelmus lässt sich schnell und darmfreundlich (also ohne Schälen der Äpfel) super herstellen. Allerdings püriere ich immer länger als im Originalrezept angegeben wird. Und ich befülle das Gerät auch etwas reichlicher und füge noch etwas Wasser hinzu.

Um kleinere Mengen an Konfitüre herzustellen, nutze ich den Thermomix® immer wieder gern. Denn ich muss nicht immerzu daneben stehen und das Abfüllen funktioniert super. Allerdings nutze ich zusätzlich einen “Marmeladentrichter”.

Teige insbesondere Hefeteig erhalten eine tolle Konsistenz. Hierfür gibt’s den Linkslauf, so dass der Teig in diesem Falle nur bewegt, aber nicht zerkleinert wird. Diese Funktion wird ebenfalls beim Zubereiten von Risotto und für Milchreis genutzt. Gerade bei Risotto und Milchreis ist stetes Rühren angezeigt, wenn du diese Gerichte klassisch im Topf zubereitest. Da bringt der Thermomix® eine gelingsichere Zeitersparnis. Der Clou besteht nur darin, dass man die Zubereitungszeit elegant für andere Dinge nutzt.

Was ich nicht so mag am Thermomix®: Die Reinigung ist des Messers ist manchmal eine echte Herausforderung. Die mitgelieferten Rezepte sind nett, aber ich nutze sie nur als Grundgerüst, denn mir persönlich sind die Gerichte in der Regel zu fad abgeschmeckt.

Generell lässt sich entspannter mit dem Gerät umgehen, wenn du eine gewisse Grunderfahrung bzgl. Kochen und Backen mitbringst.

Der Rezeptklassiker vom Eventkochen mit dem Thermomix®

Vielleicht kennst du den berühmten Rohkostsalat mit Brokkoli, Paprika (rot), Apfel, Pinienkernen und Balsamico-Dressing bereits oder hattest bereits die Gelegenheit zu probieren. Das Beitragsfoto zeigt ürigens das Ergebnis dieses Salatklassikers.

Vor einiger Zeit habe ich versucht, den Salat mit einer herkömmlichen Küchenmaschine ohne Kochfunktion hinzubekommen. Keine Chance. Alle Zutaten wurden zwar zerkleinert, aber mit sehr ungleichmäßigen Stückgrößen. Und gerade vom Brokkoli blieben relativ große Stücke übrig, so dass entsprechend gut gekaut werden müsste.

Über mich

Ich bin Julia Zichner, Diplom-Oecotrophologin und Expertin für Sporternährung.

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