Eiskalte Getränke: Bei Hitze eine gute Idee?

Trinken bei Hitze - darum sind eiskalte Getränke beim Sport Blödsinn
Sommer, Sonne, Sonnenschein - und Hitze. Sehnsucht nach Abkühlung. Egal wie, Hauptsache kühl und erfrischend. Da verblüfft es wenig, dass Getränke eisgekühlt angeboten werden. Doch wie clever ist es, mit eiskalten Getränken den Durst zu löschen?

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Warm, wärmer, heiß – es ist Sommer. Jenseits der 30-Grad-Marke wächst die Sehnsucht nach Erfrischung. Ein Sprung ins kühle Nass, leichte Kost, gerne ein Eis und sowieso Eiswürfel im Glas. Doch sind eiskalte Getränke tatsächlich gute Durstlöscher?

Was passiert im Körper, wenn eiskalte Getränke getrunken werden?

Trinken wir kalte bis sehr kalte Flüssigkeiten, so werden sie im Körper sozusagen auf Betriebstemperatur gebracht. Das braucht Energie – die dann wiederum woanders fehlt. Dazu werden zwar keine allzu großen Kalorienmengen benötigt, aber es bedeutet Mehraufwand für deinen Körper.

Welche Temperatur sollten ideale Durstlöscher haben?

Es klingt vielleicht skurril oder gar widersprüchlich. Und intuitiv wählen wir bei Hitze eher kalte Getränke oder Speisen. Dennoch sind sehr kalte oder gar eisgekühlte Getränke eine echte Herausforderung für den menschlichen Körper. Warum ist das so?

Wenn dein Körper also den größten Benefit von einem Getränk haben soll, dann biete es ihm eher lauwarm an. Zimmertemperatur, sprich um die 20 Grad Celcius, klappt auch immer.

Wie beeinflusst die Temperatur den Geschmack eines Getränkes?

Hand auf’s Herz: Trinkst du Cola (oder andere sogenannte Erfrischungsgetränke) lieber gut gekühlt? Oder magst du diese Getränke auch dann noch, wenn sie mehrere Stunden in deiner Strandtasche schlummerten oder versehentlich im Auto „aufgeheizt“ wurden? Warum mögen so viele Cola-Fans ihre Lieblingsbrause lieber kalt?

Je wärmer ein Getränk, umso intensiver nehmen wir die Geschmacksart „süß“ wahr. Völlig egal, ob kalt oder heiß – die Zuckermenge im Getränk bleibt gleich. Allerdings schmeckt uns der enthaltene Zucker „eisgekühlt“ deutlich besser. Oder anders formuliert: Würden wir so manches Getränk leicht erhitzt genießen, würden wir uns wahrscheinlich von ganz alleine einen anderen Durstlöscher suchen.

Was macht isotonische Getränke „hitzetauglich“?

Auch isotonische Getränke werden dir bei höheren Temperaturen süßer vorkommen. Stundenlang schlummern die Durstlöscher gerade bei längeren Radtouren in den Trinkflaschen. Dabei werden sie logischerweise wärmer und wärmer. Irgendwann entsteht schlimmstenfalls das Gefühl, uns würde der Mund zukleben.

Die Wahrnehmung von „süß“ hängt nicht nur mit der Temperatur zusammen. In erster Linie ist die Art der enthaltenen Kohlenhydrate entscheidend. Je mehr Maltodextrin im isotonsichen Getränk steckt, umso niedriger die Süßwahrnehmung. Warum? Maltodextrin schmeckt neutral. Daher eignet sich diese Kohlenhydratart, die aus Stärke künstlich hergestellt wird, um Energie zu liefern ohne süß zu schmecken.

Das heißt: Ist wie in Saft oder Erfrischungsgetränken eine Mischung aus Saccharose (Haushaltszucker), Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) enthalten, wird ein Getränk bei Hitze pappsüß schmecken. Es sind ja ohnehin um die 11 Gramm Zucker je 100 Milliliter Getränk enthalten.

Isotonische Getränke enthalten von Hause aus schon etwa die Hälfte an Zucker im Vergleich zu hypertonen Getränken wie Saft oder Limonade. Und zusätzlich ist in speziellen isotonischen Getränken für Sportler eine andere Zusammensetzung an Kohlenhydraten enthalten. In der Regel befinden sich Maltodextrin plus Saccharose oder Glucose und ggf. Fructose im Getränk.

Über mich

Ich bin Julia Zichner, Diplom-Oecotrophologin und Expertin für Sporternährung.

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